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Chronik

Die Geschichte der öffentlichen Gasversorgung in Burscheid begann 1863, als man in Burscheid bei der Eröffnung einer Spinnerei und Weberei in Luisental gleichzeitig eine Gasherstellungsanlage in Betrieb nahm. Von diesem Gas für Beleuchtungszwecke profitierten bald auch schon die Nachbarn der Textilfabrik: Die Versorgung erstreckte sich auf die Hauptstraße und die Höhestraße einschließlich einiger Nebenstraßen.

Am Freitag, dem 13. April 1888, beschloss die Stadtverordneten-Versammlung die Erbauung einer Gasanstalt in Burscheid, für die damals 79.382,35 Mark veranschlagt wurden. Angesichts von nur 6.500 Einwohnern eine gewaltige Summe.

Es dauerte dann noch bis zum 30. November 1888 bis das Versorgungsnetz fertiggestellt war und das erste Gas durch die Leitungen strömte. Der Siegeszug des Gases in Burscheid begann.Zentrum der neuen Gasanstalt waren mehrere Kammeröfen, in denen das Gas aus Steinkohle erzeugt wurde. Nach einer aufwändigen „Gaswäsche" wurde es in einem Gasometer mit 800 m³ Inhalt zwischengespeichert und anschließend ins Rohrnetz eingespeist.

Während in Nachbarstädten die neue Leitungsenergie ausschließlich zu Beleuchtungszwecken eingesetzt wurde (und erst später auch zum Kochen), war man in Burscheid schon weiter: Von Anfang an wurde mit Gas gekocht und Licht erzeugt. 15 Pfennige kostete der Kubikmeter Leuchtgas, einen Groschen bezahlte man fürs Kochen und den gewerblichen Einsatz.

Die wachsende Nachfrage nach dem neuen Brennstoff führte im Laufe der Zeit zur Erweiterung des Rohnetzes: 1896 wurden Kaltenherberg und Hilgen angeschlossen. 1905 baute man einen zweiten Gasometer mit 1.000 m3 Fassungsvermögen. Gleichzeitig wurde eine neue Rohrleitung über Griesberg nach Kaltenherberg gelegt. Die Ortschaften Massiefen, Kuckenberg, Dierath, Neuenhaus, Nagelsbaum, Irlerhof, Geilenbach, Rötzinghofen und Kämersheide folgten in den 20er und 30er Jahren.

1938 - es wurde das 50jährige Jubiläum gefeiert - war das Versorgungsnetz 25,8 km lang. Zwischen 1903 (aus diesem Jahr stammen unsere frühesten Zahlen), als 244 Kunden Gas bezogen, und 1938 vervierfachte sich die Zahl der angeschlossenen Verbrauchsstellen: 1.440 „Abnehmer" zählte man vor 50 Jahren.

Zu diesem Zeitpunkt hätten die alten Gaserzeugungsanlagen für viel Geld erneuert werden müssen. Deshalb schloß man 1942 einen Vertrag mit der Ruhrgas AG in Essen über die Lieferung von Ferngas ab. Im Januar 1946 wurde die Erzeugung von Gas aufgegeben; an seine Stelle trat Kokereigas aus dem Ruhrgebiet.

Das nächste wichtige Datum verzeichnet unsere Chronik im Jahre 1971: Die Gemeinde Witzhelden (heute Leichlingen) wurde an unser Versorgungsnetz angeschlossen. Das erste Gas stand übrigens im Oktober auf dem Erntedankfest zum „Ochsenbraten" auf dem Marktplatz bereit.

Zu diesem Zeitpunkt kündigte sich bereits ein weiteres Ereignis an: Erdgas kommt! Am Montag, dem 24. September 1973, begann auch im Versorgungsgebiet Burscheid das Erdgaszeitalter. Rund 4.200 Geräte wurden von Stadtgas auf die neue Energie umgestellt.

Die „Sonnenwärme aus der Erde" brachte uns und unseren Kunden zahlreiche neue Vorteile: Als Primärenergie kann Erdgas ohne Umwandlungsverluste eingesetzt werden; es benötigt ein Minimum an Aufbereitung und läßt sich praktisch im Förderzustand in das Leitungssystem einspeisen. Außerdem hat Erdgas einen wesentlich höheren Heizwert als Kokereigas. Durch seine spezifische Zusammensetzung ist es ungiftig, verbrennt schadstoffarm und ohne feste Rückstände, also umweltverträglich und sauberer als jeder andere fossile Brennstoff.

Seit der Umstellung auf Erdgas ist unser Rohrnetz stetig gewachsen. Zwischen 1970 (vor der Erdgaseinführung) und 2013 wuchs es von 49 auf 168 km an. Die Zahl der Zählpunkte stieg von 1.522 auf 5.175. Immer mehr Kunden entdeckten für sich die Vorteile dieser Energie als Wärmeträger bei der Heizung und Warmwasserbereitung: Bei Erdgas müssen keine Brennstoffvorräte gelagert und vorfinanziert werden; die Energie wird per Leitung ins Haus geliefert und steht jederzeit in der gewünschten Menge zur Verfügung. Das bedeutet: Der vorhandene Brennstoffkeller kann anderweitig genutzt werden; bei der Planung von Neubauten ist dieser Raum kein Thema mehr.

Auch durch die schnelle Wärmeabgabe und die feine Regulierbarkeit ist Erdgas als Heizenergie attraktiv. Die moderne Gasheiztechnik bietet ein hohes Maß an Bedienungskomfort und ermöglicht einen sparsamen Energieeinsatz.

Heute sind diese Vorteile für uns zur Selbstverständlichkeit geworden. Vor hundert Jahren hat wohl niemand - nicht einmal im Traum - an sie gedacht.

Nicht erst seit der Umgründung in eine "Gesellschaft mit beschränkter Haftung" im Jahre 1976 hat sich das "städtische Querverbundunternehmen" Stadtwerke Burscheid mit den Sparten Gas und Wasser zu einem modernen Unternehmen entwickelt, welches neben der klassischen Energieversorgung mit Gas und Wasser auch das weit über die Burscheider Stadtgrenzen hinaus bekannte Burscheider Bad sehr erfolgreich betreibt.

Um den erfolgreichen Geschäftsverlauf dauerhaft zu stabilisieren, wurde 1998 die kaufmännische und technische Betriebsführung für die Erdgasversorgung Oberleichlingen GmbH übernommen. Als gemeinsames Tochterunternehmen der Stadtwerke Burscheid GmbH und der Stadtwerke Leichlingen GmbH versorgt die Erdgasversorgung Oberleichlingen GmbH unsere Kunden im Gaskonzessionsgebiet Witzhelden/ Oberleichlingen mit Erdgas.

Ein weiteres Aufgabengebiet für die Stadtwerke Burscheid GmbH ergab sich mit der Gründung der Technische Werke Burscheid AöR zum 01.01.2003. Als kaufmännischer Betriebsführer steuern die Stadtwerke das in der Stadtentwässerung, der Straßenreinigung, dem allgemeinen Tiefbau und weiteren Serviceleistungen des Baubetriebshofes (Straßen- und Entwässerungsunterhaltungsarbeiten, Grünpflege, Friedhof, etc.) tätige Unternehmen in allen kaufmännischen Belangen.

Weitere Geschäftsfelder und Beteiligungen kamen in den Folgejahren hinzu:

2003 übernahmen die Stadtwerke die Geschäftsanteile der Rheinisch-Bergische Versorgungsgesellschaft mbH (RBV)von der Stadt Burscheid. Im Rahmen einer Übernahme der RBV durch die BELKAW GmbH wurde diese im Jahr 2006 zu einer stillen Beteiligung an der BELKAW GmbH.

2011 beteiligten sich die Stadtwerke Burscheid an einer Biogasanlage in Müden (Aller) und Altena. Gemeinsam mit sechs weiteren Stadtwerken wird dort Biogas produziert, aufbereitet und als Bioerdgas in das deutsche Erdgasnetz eingeleitet. In Burscheid wird mit dem selbst produzierten Bioerdgas z.B. das Blockheizkraftwerk (BHKW) des Burscheider Bades umweltfreundlich betrieben.

Ebenfalls seit 2011 sind die Stadtwerke Burscheid Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Bergwind", welche die Entwicklung und Erstellung von Windkraftanlagen im Rheinisch-Bergischen Land zum Ziel hat. Diverse Projekte sind bereits geplant und durchlaufen derzeit die Phase der notwendigen und langwierigen Gutachtenerstellung und Maßnahmen zur Standortsicherung. So wird sicherlich noch eine Weile vergehen, bis sich die erste Windkraftanlage mit Beteiligung der Stadtwerke Burscheid drehen wird.


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Öffnungszeiten

Mo - Do 7.00 - 16.00 Uhr
Freitag 7.00 - 12.00 Uhr